Ein Klebeband für alle Fälle

1925 präsentierte Richard Gurley Drew das erste „Klebeband“. Es war nur an den Rändern mit Klebstoff beschichtet und bestand aus Krepppapier. Von seinem Ergebnis nicht überzeugt, da die Klebkraft zu gering war, experimentierte er noch mehrere Jahre. Schließlich beschichtete er das Trägermaterial vollflächig. Damit war der Grundstein für das Klebeband gelegt. Heute sind mehr als 900 verschiedene Klebebänder auf dem Markt.

Doch welches Klebeband ist das richtige für mich?
Hierzu geben wir Ihnen Hintergrundinformationen und Anwendungshinweise.

Aufbau des Klebebands

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1. Trennlackierung
Die Trennlackierung dient zum leichten Abrollen des Klebebands

2. Trägermaterial
Das Trägermaterial bestimmt die Dehnungseigenschaften des Klebebands. Hier gibt es viele verschiedene zur Auswahl (z.B. PVC, PP, Gewebe oder Papier).

3. Haftvermittler
Der Haftvermittler dient zur optimalen Verankerung der Klebmassen mit dem Trägermaterial.

4. Klebstoff
Der Klebstoff entscheidet über die Verschlusssicherheit eines Klebebands. Auch hier gibt es verschiedene Kleber zur Auswahl (z.B. Hotmelt, Acrylat oder Naturkautschuk).

5. Rollenkern
Der Rollenkern ist die Basis des Klebebands und besteht aus einer Hartpapierhülse in Spralwicklung.



Trenner für die Klebebandsorten

Die verbreitetsten Klebebandarten

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl unterschiedlicher Klebebänder auf dem Markt. Dabei werden die Klebebänder nach Trägermaterialien, Klebstoffen und Verstärkungen wie Fäden unterschieden.

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Klebeband mit Folienträger (PP und PVC)

Das am häufigsten verwendete Klebeband ist das PP-Klebeband, dicht gefolgt vom PVC-Klebeband. Beide haben als Trägermaterial eine Folie. Je nach Art der Folie, hat das Klebeband unterschiedliche Eigenschaften:


PP-Klebeband: geringe Dehnung, hohe Reißfestigkeit in Längsrichtung, gute Temperaturbeständigkeit
PVC-Klebeband: stabiles Trägermaterial, hervorragende Bedruckbarkeit, leise und gleichmäßig abrollend, geringe Dehnung

Gewebeklebeband

Für kein anderes Klebeband gibt es so viele Bezeichnungen wie für das Gewebeklebeband – Duct Tape, Gaffa Tape, Panzertape usw. Das Trägermaterial dieses Bandes besteht aus Zellwolle, Baumwolle, Polyamid oder Glasfasern. Diese sind meist so in das Band eingearbeitet, dass es sich problemlos in Querrichtig abreißen lässt.






Filamentklebeband

Das Wort Filament stammt vom lateinischen "filum", das "Faden" oder "Faser" bedeutet. Filamentklebeband ist also ein fadenverstärktes Klebeband, meist mit einem Kunststoff wie Polypropylen oder Polyvinyl als Trägermaterial. Filamentband aber auch mit Papier oder Aluminium als Trägermaterial erhältlich. Die Fäden bestehen in der Regel aus Textil-, Polyester- oder Glasfasern.


Papierklebeband

Beim Papierklebeband, auch Packband genannt, besteht das Trägermaterial aus Kraftpapier. Das Papierklebeband ist umweltfreundlich, da der Klebstoff meist auf Kartoffelstärke basiert.


Nassklebeband

Auch Nassklebeband ist ein Papierklebeband. Es entwickelt allerdings klebende Eigenschaften erst dann, wenn es befeuchtet wird. Nach dem Befeuchten ist das Nassklebeband extrem klebrig und geht mit dem Karton, der verschlossen werden soll, eine unlösbare Verbindung ein. Es kann also nicht ohne Rückstände wieder entfernt werden. Daher ist Nassklebeband ideal für die Diebstahlsicherung geeignet.

Trenner für Klebstoffe
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Klebstoffe

Hotmelt

Der Hotmelt-Klebstoff ist ein synthetischer Kautschuk. Er haftet und klebt ohne Verzögerung. Klebeband mit Hotmelt-Kleber lässt sich leicht abrollen. Der Hotmelt-Klebstoff wird ohne Lösungsmittel hergestellt und ist daher umweltfreundlich.


Acrylat

Der Acrylat-Klebstoff ist ebenfalls ein synthetischer Klebstoff. Er enthält meis beigemischte Lösungsmittel. In der Regel sind Acrylat-Kleber chemisch härtende Klebstoffe, wie z.B. der Sekundenkleber. Dabei reagiert der Klebstoff auf Umgebungsbedingungen wie die Luftfeuchtigkeit oder den Sauerstoff in der Luft.


Naturkautschuk

Der auf dem Naturprodukt Kautschuk basierende Klebstoff ist qualitativ hochwertig, da e ein sehr hohes Klebe- und Haftvermögen besitzt. Er ist außerdem besonders temperaturbeständig und wird daher oft für den Transport durch unterschiedliches Klimazonen verwendet.




Warum klebt mein Klebeband nicht ?

Es kommt immer wieder vor, dass ein Klebeband nicht richtig haftet.
In den meisten Fällen wurde dann ein Klebeband gewählt, das nicht zum Anwendungsbereich passt. So benötigt ein Karton mit geringer Wellpappqualität also geringerer Grammatur und Festigkeit ein Klebeband mit höherer Klebkraft, da die Papierfasern hier weniger Halt bieten als bei einer starken Kraftliner-Qualität. In der Folge löst sich das Klebeband leichter ab. Ebenso ist die Temperatur zu beachten. Insbesondere im Winter entfalten Klebebänder ihre komplette Klebkraft aufgrund niedriger Temperaturen weniger gut. Wird es hingegen zu warm, können Klebstoffe schmelzen und ebenfalls an Klebkraft verlieren.
Auch ein staubiger oder feuchter Untergrund kann die Ursache sein, wenn Ihr Klebeband nicht richtig klebt. Für solche Untergründe sollten Sie auf jeden Fall ein Klebeband mit hoher Anfangsklebkraft wählen.
Kurzgefasst: In der Regel klebt ein Klebeband ungenügend aufgrund äußerer Einflüsse.






Trenner für Maschienenklebeband

Maschinenklebeband

Der wohl größte Vorteil, mit einer Maschine zu verpacken, liegt auf der Hand. Es spart Zeit!
Denn ab einer gewissen Menge Versandgut ist es weder kostendeckend noch effizient, von Hand zu verkleben.
Bei der Wahl des Maschinenklebebands ist vorallem zu beachten, unter welchen Temperaturbedingungen versendet wird. Versenden Sie das ganze Jahr über, muss das Klebeband im Sommer teilweise über 30°C standhalten und im Winter auch bei Minusgraden noch kleben. Wenn Sie in verschiedene Klimazonen versenden, können die Temperaturunterschiede noch größer sein.
Maschinenklebeband unterscheidet sich in seiner Beschaffenheit von handelsüblichem Klebeband. Es hat eine deutlich höhere Reißfestigkeit. Hierfür wird auf das Trägermaterial PP gesetzt. Außerdem hat schon die „reine“ Form des PP-Trägermaterials in einem Temperaturbereich von 0 bis 80 °C stabile Eigenschaften. Durch mineralische Zusätze kann dieser noch ausgedehnt werden. Maschinenklebeband ist meistens mit einem Hotmelt-Klebstoff versehen.

Trenner für Nutzen von Klebeband

Funktionen von Klebebändern

Seinen Ursprung hat das Klebeband in der Medizin. Bereits Anfang des 20. Jahrhundert hat Oscar Troplowitz den Klebeverband Leukoplast entwickelt. Richard Gurley Drew entwickelte davon ausgehend das erste Klebeband für Autolackierungen. Heute hat das Klebeband sehr viel mehr Funktionen in unterschiedlichen Bereichen.

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PP- und PVC Klebeband hat die bekannteste Funktion. Verschließen und somit Fixieren von Kartons. Je nach Art des Packguts gibt es hier unterschiedliche Varianten. Wenn Sie das Klebeband bedrucken, erhält es noch eine zusätzliche Werbefunktion.


Kreppband findet vor allem beim Malen und Lackieren Verwendung. Es kann problemlos wieder entfernt werden und eignet sich daher zum Abkleben von Oberflächen.


Gaffa Tape kann sowohl zum Abdichten als auch zum Fixieren bzw. Befestigen bzw. verwendet werden. Es eignet sich auch gut für Schnellreparaturen. Sehr beliebt ist das Tape beim Bühnenbau, wo es hauptsächlich zur Montage und zum Abdecken genutzt wird.


Warnklebeband trägt seine Funktion schon in der Bezeichnung. Es ist für die verschiedensten Warnhinweise verwendbar. Besonders beim Transport empfindlicher Güter wie Glas wird das Band eingesetzt.


Filamentklebeband ist aufgrund der Kreuz- oder Längsverstärkung besonders gut für einen sicheren Verschluss geeignet. Daher wird es häufig für den Versand von Gefahrgut verwendet. Es eignet sich auch gut zum Bündeln oder Umreifen.


Beim Nassklebebandes dringt der angefeuchtete Klebstoff in die Oberfläche des Kartons ein. Die so entstehende unlösbare Verbindung von Klebeband und Karton ist ideal zur Diebstahlsicherung, da das Klebeband nicht mehr rückstandslos entfernt werden kann.


Trenner - richtig verpacken
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Wie verpacke ich richtig?

Um Ihr Produkt richtig zu verpacken, sollten Sie sich als Erstes fragen, was Ihre Umverpackung leisten soll und wie lange Ihr Produkt auf Reisen sein wird. Das Volumen Ihrer Umverpackung muss natürlich der Größe des Versandgutes entsprechen. Doch empfiehlt es sich, Hohlräume entsprechend auszufüllen. Am wichtigsten ist jedoch das zuverlässige Verschließen des Kartons. Hier ist neben dem Gewicht des Paketes zu berücksichtigen, wie lange es unterwegs sein wird und welche äußeren Einflüsse einwirken werden. Werden diese Faktoren nicht hinreichend beachtet, laufen Sie Gefahr, dass das Paket auf dem Versandweg aufgeht und die Ware herrausfällt. Se sind hier auf der sicheren Seite, wenn Sie ein stärkeres Klebeband verwenden. Das Paket mehrfach zu umwickeln, empfiehlt sich allerdings nicht, denn es ist weder effizient noch wird sich der Endkunde über den unnötigen Verpackungsmüll freuen.





Trenner - welches Klebeband
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Welches Klebeband ist das richtige für mich?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die Entscheidung für das "richtige" Klebeband ist von vier Faktoren abhänig:
1. Wie schwer ist mein Versandgut?
2. Wie sind die Transportbedingungen in Hinblick auf Temperatur und Feuchtigkeit?
3. Wie wird mein Versandgut während des Transports gelagert?
4. Auf welchem Untergrund soll das Klebeband haften?

Warum rollt mein Klebeband so laut ab?

Wenn sich das Trägermaterial mit der Klebstoffschicht vom dem Packband löst, entstehen Schwingungen. Dieser Effekt ist vorallem beim PP-Klebeband stark ausgeprägt. Ein Handabroller mit „Low- Noise“ Funktion kann abhilfe schaffen. Die Gummibeschichtungen an Griff und Walze des Abrollers dämpfen die Schwingungen und führen zu einem leisen Abrollgeräusch. Doch kommt es auch auf den für das Klebeband verwendeten Klebstoff an. So rollen Klebebänder mit Hotmelt-Klebstoff lauter ab als Bänder mit Acrylatklebstoff.

Trenner für Fakten über Klebeband

Fakten über das Klebeband, die nichts mit dem Kleben zu tun haben:

Woher kommt der Name "Tesa"?

"Tesa" kennen alle und für die meisten ist es ein Synonym für ein transparentes Klebeband. Doch woher kommt der Name eigentlich?
Bei einem Markennamenwettbewerb der Firma Beiersdorf im Jahr 1906 kreierte die Mitarbeiterin Elsa Tesma den Namen "Tesa" aus den ersten beiden Buchstaben ihres Nachnamens und den letzten beiden Buchstaben ihres Vornamens. Der Markenname wurde in der Folge für verschiedene Produkte verwendet mit wenig Erfolg. Bis der Beiersdorf-Mitarbeiter Hugo Kirchberg sich 1936 der Vermarktung des Klebebands widmet.


Klebeband Röntgenstrahlung

Kaum zu glauben, aber wahr: Beim schnellen abziehen des Klebebands lassen sich (mit Glück) kleine Lichtblitze erkennen. Im Labor ist darin sogar Röntgenstrahlung nachgewiesen worden. Ursache ist die Ladungstrennung beim ruckartigen Entfernen, durch die sich die Klebefläche positiv und die Glatte Oberfläche des Bandes negativ aufladen. Die Spannung ist so hoch, dass bei der Entladung auch Röntgenstrahlung entstehen kann.


Bräunungsstreifen durch Klebeband

Modisch und vor allem optisch in Brasilien und anderen Ländern Südamerikas total im Trend. Im allgemeinen gelten in den sonnigen Ländern die Bräunungsstreifen als Schönheitsideal. Doch die Bademode ist heutzutage so dünn, das auch die darunter liegende Haut braun wird. Hier kommt das Klebeband zum Einsatz. Entweder wird nur ein „Streifen“ an gewünschte Stelle geklebt oder es besteht gleich der ganze Bikini aus Klebeband.


„Kleben wir es passend“

Bleiben wir in der Modewelt. Für das perfekte Bild greift der eine oder die andere schon einmal zu einmal zu harten bzw. klebrigen Mitteln. Hier wird Klebeband benutzt, um Körperteile final in Form und Position zu bringen.


Klebeband wie neu

Bei langer Lagerdauer verliert Klebeband seine Klebkraft. Dies ist jedoch kein Grund, es gleich in die Mülltonne zu werfen. Legen Sie das Klebeband einfach auf niedrigster Stufe für fünf Minuten in die Mikrowelle, und es ist wie neu. Die Strahlung der Mikrowelle bringt die Moleküle des Klebstoffs wieder in Bewegung und der Kleberstoff wird reaktiviert.


Klebeband gegen Zecken

Kaum sind Sie mal durch den Wald spaziert oder haben mit dem Hund auf der Wiese gespielt schon sind sie da. Zecken sind für alle Naturliebhaber eine Plage. Der Biss des Spinnentiers kann schnell gefährlich werden. Wenn eine Zecke noch auf der Haut krabbelt, rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zum Klebeband. Mit ihm lassen sich die kleinen Blutsauger schnell einfangen.